HIV-Story bei „Berlin – Tag & Nacht“ – wie du dich schützen kannst

 

 

“Joe Möller” aus Berlin Tag und Nacht über den Tod von Fabrizio und Ole

Wie bei jeder Reality-Soap gehören auch bei „Berlin – Tag & Nacht“ neben Liebesdrama, Freundschaft und ganz normalem Berliner Alltag auch ernste Themen dazu. Aktuell steht die HIV-Diagnose des Seriencharakters Indira (gespielt von Ellinor Vogel) im Mittelpunkt.

In den 1980er und frühen 1990er Jahren galt eine HIV-Infektion noch als Todesurteil. Heute ist HIV dank moderner Therapie gut behandelbar. Dennoch ist Aufklärungsarbeit entscheidend, betont Holger Wicht von der Deutschen AIDS-Hilfe. Wie sich Menschen vor einer Infektion schützen können, erklärt er im Gespräch mit BERLIN LIVE.

HIV-Diagnose bei „Berlin – Tag & Nacht“ – Experte klärt auf

Bei „Berlin – Tag & Nacht“ dreht sich momentan vieles um HIV. Ein wichtiger Ansatz findet auch Holger Wicht. Viele Menschen hätten noch immer große Lücken beim Wissen über HIV und sexuell übertragbare Infektionen. „Beim Schutz verlassen sich nicht wenige auf das Gefühl, die andere Person sei schon gesund – was natürlich ein trügerisches Gefühl von Sicherheit ist“, stellt er gegenüber BERLIN LIVE dar und fordert „mehr Aufklärung“.

Vor allem jüngere Menschen seien offen dafür, mehr über Sexualität und Schutz vor Infektionen zu lernen. Dies geschieht beispielsweise durch Fachvorträge an Schulen. „Das passiert aber noch immer viel zu selten – und die Mittel für sexualpädagogische Arbeit werden oft gekürzt statt erhöht“, kritisiert der Experte. Vorurteile und Berührungsängste gegenüber HIV-positiven Menschen bestehen ebenfalls weiter. Viele fürchten etwa, HIV-positive Personen zu küssen oder dieselben Toiletten und Sportgeräte zu nutzen – obwohl hier kein Übertragungsrisiko besteht. Wicht fordert daher „mehr Informationen – und Vertrauen in dieses Wissen“. Auch Serien wie „Berlin – Tag & Nacht“ könnten dazu beitragen.

Schutz vor HIV: Prävention und Therapie

Neben dem Wissen ist auch Prävention wichtig. Drei Methoden schützen vor einer HIV-Infektion. „Kondome sind der Klassiker und funktionieren natürlich immer noch“, erklärt Wicht. Eine weitere Möglichkeit ist die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP). Dabei nehmen Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko vorbeugend ein HIV-Medikament ein – dauerhaft oder gezielt vor einem Ereignis, etwa einer Sexparty oder Reise.

Wer bereits HIV-positiv ist, wird in der Regel mit einer antiretroviralen Therapie behandelt, also einer Kombination mehrerer Medikamente. „Ist eine am Sex beteiligte Person HIV-positiv und erfolgreich behandelt, ist HIV nicht mehr übertragbar. Dann ist kein weiterer Schutz vor HIV notwendig. Das ist bei Menschen, die von ihrer HIV-Infektion wissen, heute der Regelfall“, meint Wicht.


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Wichtig zu wissen: PrEP und Therapie schützen nur vor HIV, nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Kondome verringern das Risiko weiterer Krankheiten, bieten aber nur einen Teil-Schutz. „Menschen mit wechselnden Partner*innen sollten sich daher regelmäßig testen und gegebenenfalls behandeln lassen“, betont der Experte.