Die Rosenheim-Cops: Der Fall in der alten Brauerei, ein falsches Alibi, verschwundene Beweise, schweigende Nachbarn, eine eiskalte Witwe, zwei widersprüchliche Zeugenaussagen, ein geheimer Geldkoffer und entlarvte tödliche Höflichkeit
In Rosenheim wird in einer stillgelegten Brauerei ein Toter gefunden. Zunächst sieht alles nach einem tragischen Arbeitsunfall aus – ein Sturz, ein kaputtes Geländer, sonst nichts Auffälliges. Doch Hansen und sein Team merken schnell, dass der Tatort „aufgeräumt“ wirkt. Werkzeuge liegen zu ordentlich, Staubspuren sind unterbrochen, und das Opfer trägt Kleidung, die nicht zu seiner angeblichen Tätigkeit passt. Die Gerichtsmedizin bestätigt schließlich den Verdacht: Kein Unfall – ein gezielter Schlag.
Der Tote war ehemaliger Braumeister und stand kurz davor, das Gelände zu verkaufen. Damit hätte er alte Strukturen aufgebrochen und manchen Dorfbewohnern sehr geschadet. Es dauert nicht lange, bis eine ganze Liste von Verdächtigen entsteht: ein verärgerter Pächter, ein Konkurrent mit großen Plänen, und die Witwe, die überraschend gefasst wirkt und bereits mit dem Makler gesprochen hat. Alle beteuern Unschuld – und alle haben ein Motiv.
Auffällig ist das Schweigen der Nachbarn. Niemand will „etwas gesehen“ haben, obwohl in der Tatnacht Licht brannte und ein Lieferwagen vor der Brauerei stand. Marie fällt auf, dass Gerüchte schneller sind als Aussagen: Jeder weiß etwas – aber niemand sagt es offiziell. Dann verschwindet plötzlich ein Ordner aus dem Büro des Toten, und mit ihm die Unterlagen zum Verkauf. Jemand räumt auf – nicht nur am Tatort, sondern auch in den Akten.
Der entscheidende Durchbruch kommt, als Stadler einen alten, staubigen Schrank öffnet und einen Geldkoffer findet, sorgfältig versteckt. Darin: Bargeld und eine Liste mit Namen – Menschen, die offenbar Schweigegeld bekommen sollten. Gleichzeitig bricht das perfekte Alibi der Witwe zusammen. Sie will zu Hause gewesen sein, kennt aber Details aus der Brauerei, die nur ein Augenzeuge kennen kann. Ihre „Trauer“ wirkt plötzlich wie eine Rolle, die sie zu lange geübt hat.
Im Verhör bleibt sie erst kühl, präzise, fast überlegen. Doch ein einziger Widerspruch genügt: Sie verwechselt die Reihenfolge der Ereignisse, die sie angeblich nicht miterlebt hat. Die Fassade bröckelt. Sie gesteht schließlich, den Ehemann in die Brauerei gelockt zu haben. Es kam zum Streit um den Verkauf und um das Geld – am Ende entschied sie sich für die „saubere Lösung“ und inszenierte den Unfall. Der Geldkoffer sollte ihr Neuanfang werden.
Die Handschellen schließen sich, und der Fall scheint gelöst. Im Kommissariat kehren Kaffee, trockene Sprüche und Rosenheimer Gelassenheit zurück. Doch eins bleibt: Hinter höflichen Grüßen und Dorfidylle verstecken sich manchmal die dunkelsten Geschichten – und die Rosenheim-Cops finden sie, früher oder später.