🚪 Berlin – Tag & Nacht – Abschied, der nicht laut ist, aber lange bleibt

Es gibt Abschiede, die passieren ohne Drama. Einer der Bewohner erreicht genau diesen Punkt: zu viel Streit, zu wenig Vertrauen, zu viele Momente, in denen man stark sein musste. Lange hat er oder sie nachgedacht, ohne es jemandem zu sagen. Dann fällt die Entscheidung – still. Ein Rucksack wird gepackt, ein letzter Blick durchs Zimmer, ein kurzer Zettel auf dem Tisch.

Die anderen merken es später. Ein Zimmer leer, das Bett gemacht, ein Schrank offen – und eine Stille, die sofort auffällt. Zuerst kommt Überraschung, dann Fragen, dann dieser Stich im Bauch. War man blind? Hätte man helfen können? In Gesprächen wird schnell klar: niemand war unschuldig, jeder hätte etwas sagen können – und keiner tat es. Das WG-Leben wirkt plötzlich größer, leerer, brüchiger.

Was bleibt, sind Erinnerungen an Nächte in der Küche, an Streit, an Lachen, an Tränen. Man merkt, dass dieser Mensch nicht einfach „Mitbewohner“ war, sondern Teil eines Alltags, der jetzt anders aussieht. Manche tun cool, andere schweigen, wieder andere geben sich die Schuld. Berlin draußen bleibt laut – aber drinnen fühlt es sich ungewohnt leise an.

Die letzte Szene zeigt die offene Tür und ein Zimmer, das auf niemanden mehr wartet. Niemand weiß, ob es ein endgültiger Abschied oder nur eine Pause ist. Vielleicht gibt es Rückkehr. Vielleicht auch nicht. Aber klar ist: Dieser Abschied war leise – und genau deshalb tut er so weh. 🌆