In Gedenkan an Rolf Becker

Tun ist wie denken, nur krasser.“, so der Aufdruck auf einem T-Shirt mitten in Berlin an einem regnerischen Dienstag in diesem Jahr 2025. Es scheint, als habe Rolf Becker dieses Credo in sein Leben übertragen. Er handelte. Als Schauspieler und als politisch aktiver Mensch. Schauspielend war Rolf seit 2006 ein nicht wegzudenkender Teil der fiktiven Welt von „In aller Freundschaft“. Er führte die bekannte Figur Otto Stein mit dieser liebevollen, leisen Intensität, der sich nicht zu entziehen war. Gut möglich, dass diese Intensität entstand, weil er insgesamt nach ihr lebte. Während manche angesichts humanitärer Krisen auf Spenden-Buttons drücken, flog Rolf einfach hin. Er besuchte politisch Gefangene; half in Geflüchteten-Camps und nahm Vertriebene in seine Familie auf. Er handelte, während andere noch darüber nachdachten, was wohl das Richtige sein könnte. Zu den Anderen, die nachdenkend nichts taten, gehörte auch ich. Leise Scham zog auf. Wie kolossal unsinnig dieses Gefühl war, konnte ich von Rolf lernen. Rolf wandte sich jedem Menschen mit der ihm eigenen einfühlsamen Intensität zu. Rolf war da und half die Situation zu meistern. Egal, ob es dabei um einen zu streichenden Dialogsatz ging, eine Zugfahrt, eine politische Ansicht oder schlicht um die Frage: „Wie geht es dir?“ Rolf wollte die Antwort wissen. Das zeichnete ihn aus. Seine Hingabe an die Menschen. Und an dieser Stelle zögere ich keine Sekunde, für das gesamte Team von „In aller Freundschaft“ und Saxonia Media zu sprechen. Wir haben von Rolf, seiner Hingabe ans Schauspiel, ans Leben und an unsere gemeinsame Unternehmung viel lernen dürfen. Wir sind zutiefst dankbar für 27 Jahre kleiner und großer Begegnungen, denen tolle Taten entsprangen. Und das seit unserer allerersten Folge, in der Rolf bereits 1998 einen Gastauftritt hatte.

Inka Fromme, Produzentin Saxonia Media, 12.12.2025