🕵️‍♂️ Die Rosenheim-Cops – Ein Mord ohne Zeugen, ein Dorf voller Geheimnisse und eine Wahrheit, die niemand hören wollte
Rosenheim präsentiert sich wie immer idyllisch: barocke Fassaden, gemütliche Cafés, Touristen mit Kameras. Doch hinter der Postkartenkulisse lauert ein neuer Fall. In einem traditionsreichen Gasthof wird der Besitzer tot aufgefunden. Keine Einbruchsspuren, kaum Unordnung, nichts deutet auf einen Kampf hin. Auf den ersten Blick könnte es ein Herzinfarkt gewesen sein – doch etwas an der Szene passt nicht zusammen. Für die Rosenheim-Cops ist schnell klar: Wenn alles zu ordentlich wirkt, war es selten ein Zufall.
Die Ermittlungen beginnen in der Familie – und schon nach den ersten Befragungen wird deutlich, dass Harmonie hier eher gespielt als gelebt wurde. Die Ehefrau zeigt Trauer, aber nur, wenn jemand hinschaut. Der Sohn wirkt nervös, meidet Blickkontakt und hat ein Alibi, das zu perfekt klingt. Die Tochter behauptet, „nichts gewusst zu haben“, scheint jedoch viel mehr zu wissen, als sie zugibt. Dazu kommt ein langjähriger Geschäftspartner, der betont, wie „unersetzlich“ das Opfer war, aber seltsam erleichtert wirkt.
Je tiefer die Cops graben, desto mehr Risse bekommt das Bild des beliebten Wirts. Hinter der freundlichen Fassade verbergen sich Schulden, eine geplatzte Erweiterung des Gasthofs und ein Streit mit dem gesamten Nachbardorf wegen eines Bauprojekts. In Rosenheim hat fast jeder ein Motiv – das Problem ist nur, es zu beweisen. Ein unscheinbarer Zettel in der Buchhaltung, eine fehlende E-Mail und ein Vertrag, der plötzlich „nicht mehr auffindbar“ ist, lassen die Ermittler aufhorchen.
Der Fall nimmt eine überraschende Wendung, als Marie in einem alten Fotoalbum ein Familienbild entdeckt, das offensichtlich umgestellt wurde. Jemand hat bewusst eine Person herausgeschnitten – wortwörtlich und symbolisch. Gleichzeitig bemerkt Hansen einen kleinen Widerspruch im Alibi des Sohnes: Er will zu einer bestimmten Zeit telefoniert haben, doch sein Handy war laut Funkzellenabfrage ganz woanders. Das „perfekte“ Alibi beginnt zu bröckeln.
Im Verhörraum wird die Luft dünner. Der Sohn redet sich zunächst heraus, dann verstrickt er sich in Details, die er gar nicht wissen dürfte – wenn er wirklich nicht am Tatort gewesen wäre. Schließlich bricht die Fassade. Kein großes Geschrei, keine dramatische Geste – nur ein leises, müdes Geständnis. Es war kein geplanter Mord, behauptet er, sondern ein Streit, der eskalierte. Doch die Spuren am Tatort erzählen eine andere Geschichte: jemand hat sehr genau nachgedacht, bevor der Notruf gewählt wurde.
Am Ende klicken die Handschellen. Die Wahrheit ist draußen – und sie gefällt niemandem. Die Familie zerbricht, der Gasthof verliert seinen Glanz, und im Dorf wird weitergeflüstert, als wäre nichts passiert. Im Kommissariat gibt es wie immer trockene Sprüche, einen Kaffee und ein Kopfschütteln darüber, wie viele Lügen in eine kleine bayerische Idylle passen. Eines bleibt sicher: In Rosenheim ist es ruhig – aber nie unschuldig.